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Jun 30

Demo-Bündnis bringt globalen G20-Widerstand nach Hamburg

Sprecherinnen und Sprecher aus Syrien, den USA und Kolumbien bei Kundgebungen

Zu der Demonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ am 8. Juli in Hamburg ruft ein breites, global vernetztes Bündnis auf. Die Internationalität spiegelt sich auch in der nun veröffentlichten Liste der Rednerinnen und Redner wider (www.g20-demo.de/de/redebeitraege-programm). Bei der Abschlusskundgebung etwa sprechen der bekannte kurdisch-syrische Politiker Salih Muslim, die Black-Lives-Matter-Aktivistin Priya Reddy aus den USA sowie Jakeline Romero Epiayu, Klimaaktivistin und Betroffene des Steinkohlebergbaus in Kolumbien.

Yavuz Fersoglu, Sprecher des Demo-Bündnisses sagt dazu: „Der Protest gegen die Politik der G20-Staaten ist nicht auf Hamburg beschränkt. Überall auf der Welt sind Menschen von der ungerechten Weltwirtschaftsordnung, getragen von den G20-Staaten, und ihren Folgen für die Umwelt betroffen. Und überall auf der Welt formiert sich Widerstand. Wir bringen diesen Widerstand nach Hamburg.“

Die Vielfältigkeit der Protestformen, die sich in der Auswahl der Beiträge ausdrückt, aber auch die gelebten Alternativen zur Politik der G20, etwa im kurdischen Rojava zeigen, dass eine andere Welt möglich ist. Salih Muslim, Co-Vorsitzender der syrisch-kurdischen Partei PYD in Rojava betont: „Es gibt inhaltliche Alternativen zu der Politik dieser Mächtigen, und viele Menschen demonstrieren weltweit dafür. Wir müssen eine praktische globale Solidarität entwickeln. Die weltweiten Konflikte sind nicht mit Krieg und gewalttätigen Auseinandersetzungen zu lösen. Wir müssen lernen, mit Widersprüchen umzugehen und darauf hinwirken, eine Veränderung der Verhältnisse über eine Veränderung der Denkweise zu erreichen.“

Auch in den USA formiert sich Protest gegen die unverantwortliche Politik einer weißen Klasse: „Wenn Polizisten oder Polizistinnen unbewaffnete schwarze Menschen exekutieren, dann bedeutete das: Black lives don’t matter – schwarze Leben zählen nicht. Das ist eine moderne Form der Lynch-Justiz. Rassistisch motivierter, weißer Terrorismus in den USA ist so aktuell wie nie und unter Trump wird er nun auch offen vertreten. Diese Krankheit muss besiegt werden!“, fordert Priya Reddy, Aktivistin von Black Lives Matter.
Ergänzt werden die Reden durch ein kulturelles Programm bei den Kundgebungen. Mit dabei sind unter anderem die bekannte Band Slime und der Rapper Serhado.

Alle Rednerinnen und Redner der Abschlusskundgebung:

Salih Muslim
Co-Vorsitzender der Partei der Demokratischen Union (PYD), der stärksten Partei in der von Kurden kontrollierten Region Rojava im Norden Syriens. Muslim wie auch seine Frau wurden mehrmals aufgrund ihrer politischen Tätigkeit inhaftiert.

Samir Amin
Ägyptischer Politikwissenschaftler, Mathematiker, Statistiker, Nationalökonom und Soziologe und Globalisierungskritiker. Fokus auf Entwicklungstheorie, die Unterentwicklung nicht auf Rückständigkeit, sondern auf die Einbindung des globalen Südens in den kapitalistischen Weltmarkt zurückführt.

Samuel Arregoces
Sprecher der afrokolumbianischen Gemeinde Tabaco im Bundesstaat Guajira. Die Gemeinde wurde im Jahr 2001 auf Drängen der Kohlemine brutal geräumt.

Jakeline Romero Epiayu
Sprecherin von Fuerza de Mujeres Wayúu, der wichtigsten Wayúu-Frauen-Organisation in Kolumbien. Sie setzt sich für den Schutz der Erde sowie die Verteidigung der Rechte der Wayúu-Indigenen ein – insbesondere auch gegen die von einem Kohleunternehmen geplanten Umleitungen verschiedener Wasserläufe in der Guajira.

Catalina Caro Galvis
Bergbaureferentin der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation CENSAT – Agua Viva (Friends of the Earth Kolumbien). Sie begleitet verschiedene kolumbianische Gemeinden in ihrem Widerstand gegen die Kohle-Tagebau.

Priya Reddy
Journalistin, Regisseurin, Autorin, militante Feministin und Aktivistin der internationalen Bewegung Black Lives Matter, die in Folge der Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA entstanden ist und immer wieder mit politischen Aktionen auf rassistische und sexistische Diskriminierung aufmerksam macht.

Madeleine Does
Recht auf Stadt Netzwerk Hamburg (für das Bündnis „Grenzenlose Solidarität statt G20“)

www.g20-demo.de/de/redebeitraege-programm