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Jun 22

Alevitische Gemeinde Deutschland e.V.

Aufruf zur Demo gegen G20-Gipfel

Aleviten demonstrieren gegen den G20-Gipfel für eine gerechte Welt

Am 07. und 08. Juli 2017 findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. An diesem Gipfel tagen die Staats- und Regierungschefs der 20 Industrie- und Schwellenländer, darunter auch die Präsidenten Trump, Putin und Erdoğan.

Bei dem Gipfel der 20 Staaten geht es nicht darum, mit Gesprächen und Dialogen die Welt noch friedlicher zu machen, die Ausbeutung von Menschen durch den Menschen zu beenden, sondern dies noch mehr zu forcieren. Die 20 Staaten, die sich am 07. und 08. Juli 2017 in Hamburg treffen sind die Länder, welche weltweit Rüstungsexporte aktivieren und an der Spitze der Waffenlieferanten stehen.

Nach dem letzten G20 Treffen ist die Welt nicht friedlicher geworden, im Gegenteil Krieg und Krisen haben zugenommen. Menschen fliehen von einem Land in das andere, um sich vor Hunger und Krieg zu retten.

Auch in diesen 20 Staaten haben die soziale Spaltung und das soziale Elend zugenommen. In den G20 Staaten werden Arbeitsrechte und soziale Rechte tagtäglich abgebaut. Allein in dem reichsten Land, Deutschland, befinden sich 2 Millionen Kinder an der Armutsgrenze.

Aleviten solidarisieren sich mit kritischen Stimmen und demonstrieren gegen diesen Gipfel am 08. Juli in Hamburg.

Die Mehrheit der alevitischen Gemeinschaft in Deutschland stammt aus der Türkei. Mit unserem Protest wollen wir auf diese Missstände hinweisen.


Der Diktator Erdoğan ist in Hamburg
Wir, Aleviten sind dagegen

Die Alevitische Gemeinde Deutschland hat sich vorgenommen, sobald Erdoğan sich in Europa befindet, entsprechend zu protestieren und die europäische Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass Erdoğan und seine AKP Regierung in der Türkei die Grundwerte, wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Würde des Menschen, Rechte der Frauen, das Recht ein menschenwürdiges Leben sowie Rechte der Religionsgemeinschaften wie die Aleviten, Eziden und Christen, mit Füssen treten.

Die Alevitische Gemeinde Deutschland hat sehr früh auf die diktatorische Entwicklung unter Erdoğan in der Türkei hingewiesen. Sie hat die deutsche Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, dass die Unterstützung Erdoğans durch die deutsche Regierung dazu dienen wird, seine Macht auszuweiten und zukünftig als Diktator im Nahen Osten zu herrschen. Die Befürchtung der Alevitischen Gemeinde Deutschlands ist bedauerlicher Weise Realität geworden.

Erdoğan und seine AKP Regierung haben in der fünfzehnjährigen Regierungszeit in der Türkei die Gesellschaft in AKP-Anhänger und Gegner gespalten. „Demokratische Errungenschaften und Werte“, die die Türkei vor der Erdoğan-Zeit zu Grunde legte, wurden systematisch beseitigt. Der „laizistische Staat“ wurde erst durch Erdoğans Gesetze und Maßnahmen ausgehöhlt bzw. abgeschafft. Seit dem Putschversuch am 15.07.2016 regiert Erdoğan die Türkei ausschließlich mit Notstandsgesetzen. Es gibt weder parlamentarische Kontrollorgane noch ist die Justiz im Stande Erdoğan Einhalt zu gebieten. Was Erdoğan sagt, ist Gesetz und das Gesetz ist Erdoğan.

Unter dieser restriktiven Politik Erdoğans leidet die gesamte Bevölkerung. Insbesondere sind es neben den Kurden die Aleviten. In Stadtteilen von Istanbul und Ankara, in welchen mehrheitlich die alevitische Bevölkerung wohnt, finden täglich Razzien durch die Polizei statt. Bei diesen Razzien werden Jugendliche ohne einen Vorwand festgenommen und sogar erschossen. Die Gebetshäuser der Aleviten (Cemevi) werden von der Polizei gestürmt. Menschen, die sich in diesen Gebetshäusern befinden werden von den Polizisten standrechtlich erschossen. Seit über 30 Jahren findet im Osten der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung ein Krieg statt. Tagtäglich sterben Menschen. Unter Erdoğan und der AKP Regierung hat sich die Situation in den kurdischen Gebieten der Türkei sehr verschärft und eskaliert. Die Türkei ist seit der Erdoğan-Regierung Rückzugsgebiet der dschihadistischen Gruppen wie IS und Salafisten geworden. Die Mehrheit der ausländischen Terroristen im Nahen Osten reist über die Türkei ein und aus. Die Türkei ist in dem syrischen und irakischen Bürgerkrieg tief verstrickt. An diesen barbarischen Krieg verdienen Erdoğans Familie und seine nahen Angehörigen Milliarden. Deswegen fordern wir die Weltöffentlichkeit auf, Erdoğan und seine Vertreter von jeglichen internationalen Treffen auszuschließen. Mit einem Despoten wie Erdoğan
darf es keinen Dialog geben. Erdoğan und seine Minister müssen wegen Kriegsverbrechen und wegen Verbrechen an der Menschlichkeit geächtet werden. Wir setzen uns für eine Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und grenzenloser Solidarität der Völker ein.

Wir demonstrieren gegen den G20-Gipfel für eine gerechte Welt

Wir verfolgen das restriktive Regieren von Trump und Putin sehr aufmerksam und besorgt, dass die beiden -scheinbar- Gegner ihre Macht schonungslos missbrauchen, um die Weltbevölkerung noch tiefer in Armut und Elend zu stürzen, damit sie ihre Macht in ihren eigenen Ländern ausbauen. Wie erbarmungslos Trump sein kann, zeigte er uns allen mit seinem Austritt aus dem Weltklimaabkommen und mit seinem 110 Milliarden Euro Waffengeschäft mit Saudi-Arabien.

Bei dem G20-Gipfel werden Beschlüsse und Abkommen gefasst, die sich gegen die Menschheit richten. Für uns ist die Menschlichkeit der Maßstab unseres Handelns.

Deshalb demonstrieren wir Aleviten
am 08.07.2017
um 11 Uhr
am Deichtorplatz in Hamburg gegen den G20-Gipfel und für eine gerechte Welt.